Grußwort der Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste,

seien Sie herzlich willkommen in der Universitätsstadt Gießen!

Eine spannende gemeinsame Tagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie mit einem ebenso spannenden Thema erwartet Sie hier in Gießen. Ich hoffe, dass Sie während Ihres Aufenthalts in Gießen auch Zeit haben werden, eine spannende Stadt kennenzulernen.

"Schnittstellen" sind das Thema Ihrer Tagung, der interdisziplinäre Blick auf die Medizin, auf psychosoziale Zusammenhänge in der medizinischen Versorgung ist Ihr Schwerpunkt. Dieser Blick bereichert uns - bereichert die notwendige Diskussion um den würdevollen und menschengerechten Umgang mit Patienten als Summe aus Körper, Psyche und sozialem Umfeld.

"Schnittstellen" werden Sie auch in dieser Stadt zuhauf finden. Gießen hat nicht nur eine bedeutende Universität und ein Universitäts-Klinikum mit Ruf. Durch seine Geschichte und seine geografische Lage in der Mitte Deutschlands geprägt ist die rund 75.000-Einwohner große Stadt auch durch mancherlei Herausforderungen über sich hinaus gewachsen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg Flüchtlingsstadt, in den Zeiten der hohen Zuwanderung Ort der Erstaufnahme für Zuflucht- und Asylsuchende aus der ganzen Welt und in der historischen Stunde vor der Maueröffnung erste Adresse für alle DDR-Ausreisewilligen: Gießen hat sich von jeher ständig erneuert.

Und Gießen tut dies im (halb)jährlichen Turnus noch heute: Die Zahl von rund 28.000 eingeschriebenen Studierenden an der Fachhochschule Gießen-Friedberg und der Justus-Liebig-Universität lässt erahnen, wie vielen ständig neu hinzuziehenden Menschen unsere Stadt immer wieder eine - auch zeitweilige - Heimat bietet und bieten möchte. Dass so viele von ihnen auch nach ihrem Studium hier bleiben und Wurzeln schlagen, bereichert diese Stadt in hohem Maße. Überhaupt ist der Einfluss der Hochschulen und ihrer Angehörigen überall spürbar und auch für die nicht-akademische Gießener Welt erlebbar. Als "Stadt der jungen Forscher 2010" erleben wir gerade wieder neu, wie die Wissens-Kooperation bis in die kleinsten Verästelungen unserer Stadtgesellschaft wirkt.

"Schnittstellen", ja Schnittmengen aller dieser Menschen - ob Studierende, Flüchtlinge, Weltenwanderer oder Einheimische -und ihrer Kulturen und Lebensstile, die sie mit in unsere Stadt bringen, bestimmen das Stadtleben. Gießen ist anonym genug, um ein selbstbestimmtes Leben ohne kulturelle Dominanz zu leben. Gießen ist dabei aber überschaubar genug, dass sich Lebenswelten nicht in Parallelgesellschaften aufsplittern. Was Sie hier finden, lässt sich anhand der Liste der Sehenswürdigkeiten alleine kaum erspüren. Ich wünsche Ihnen daher, dass Sie abseits von Routen und Routinen in das Leben der Stadt eintauchen und erfühlen können, wie bereichernd unsere "Schnittstellen" für jeden sind.

Herzliche Grüße

Dietlind Grabe-Bolz
Oberbürgermeisterin